Kommunale Inklusionsvermittler (KIV) in Stegen

 „Nichts über uns ohne uns!“, so lautet das Credo der Inklusionsarbeit für mehr Selbständigkeit von Menschen, die auf Grund unterschiedlichster Beeinträchtigungen immer noch zu vielen Barrieren im Alltag ihres Lebens begegnen. In der Gemeinde Stegen sind ab sofort Brigitte Schork und Sebastian Vogl (Miteinander Stegen e.V.) im Auftrag der Gemeindeverwaltung als kommunale Inklusionsvermittler (KIV) tätig. Ziel ist es, gemeinsam in Stegen für vollständige Teilhabe und damit für die Belange von Menschen mit Behinderungen einzutreten.

Menschen mit Behinderung möchten verstärkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Egal ob schwimmen, tanzen, Musik machen, in ein Konzert gehen oder in Ausbildung und Beruf – noch gibt es viele Hindernisse. Die Barrieren bestehen nicht nur aus Treppen, die für einen Rollstuhlfahrer unpassierbar sind, sondern auch aus vielen „Barrieren in den Köpfen“ wie etwa Unsicherheiten oder Vorurteilen gegenüber dieser Personengruppe. Mit all diesen Hindernissen haben Blinde, Gehörlose, Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen nach wie vor zu kämpfen. In Deutschland sind allein zehn Prozent der Bevölkerung schwerbehindert.

Anhand von Erfahrungen Einzelner sollen allgemeine Lösungsansätze gesucht werden. Behinderungen entstehen erst, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen auf Barrieren stoßen, seien es bauliche Barrieren, wie Stufen, fehlende Aufzüge oder Einstellungsbarrieren, die einen zwischenmenschlichen Umgang behindern. Bürgermeisterin Fränzi Kleeb steht hinter dem Projekt: „Als die Akademie Himmelreich mit ihrem Angebot, kommunale Inklusionsvermittler (KIV) auszubilden auf die Gemeinden zukam, wusste ich sofort, dass dieses Thema zu unserem Verein Miteinander Stegen e.V., aber auch zu unserer Gemeinde passt. Ich sehe unsere beiden „KIVs“ als Chance für Stegen und freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“

Die kommunalen Inklusionsvermittler (KIV) sind im Auftrag der Gemeinde tätig. Unter dem Slogan „Wir alle! Mit uns inklusiv.“ bauen sie in den jeweiligen Gemeinden Netzwerke und Strukturen auf, um das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung zu verbessern. Damit der Abbau von Barrieren aller Art gelingt sind sie „Ansprechpartner*innen“, die Bewusstsein für Vielfalt schaffen, den Abbau von Barrieren unterstützen und insbesondere dazu beitragen, dass Inklusion in den Köpfen gelingt.

Die Idee „Kommunale Inklusionsvermittler“ in Gemeinden einzusetzen, entstand in der Akademie Himmelreich, Kirchzarten, die das Modellprojekt von Oktober 2014 bis Juni 2017 begleitet und fachlich beraten hat. Es wurde vom Sozialministerium Baden-Württemberg in diesem Zeitraum gefördert.

Seit Juli 2017 werden die KIV in den Gemeinden durch den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, betreut und koordiniert. Die Kommunale Behindertenbeauftragte, Anke Dallmann, ist Ansprechpartnerin, Beraterin und Unterstützerin der KIV vor Ort. Sie trägt die Belange der Inklusion aus den Gemeinden in die Verwaltung und in die Kommunalpolitik.

In Kooperation mit der Akademie Himmelreich finden regelmäßige Netzwerktreffen und Fortbildungstage für alle KIV im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald statt, die vom Landkreis finanziert werden und dazu dienen, Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, Synergieeffekte zu nutzen und die Kompetenzen der KIV zu stärken.

Kontakt:

Brigitte Schork, Sebastian Vogl, Netzwerkbüro, Dorfplatz 1 im Rathaus im UG Raum 03, 07661 908206, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sprechzeiten: Mo 9 - 11 Uhr; Di 9 - 12 Uhr und 15 - 17 Uhr;  Do 9 - 12 und Fr 9 - 11 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Das Netzwerkbüro ist über den Seiteneingang am Rathaus mit dem Rollstuhl erreichbar.

 

 

 

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